Makronährstoff Eiweiß

Eiweißmangel oder Eiweißmast?

Der Makronährstoff Eiweiß wird sehr stark diskutiert und es scheiden sich die Geister. Denn ja: Ohne Eiweiß läuft nichts.
Aber zu viel davon – gerade in minderwertiger Form – kann dem Körper mehr schaden als nutzen.    
Die 5 häufigsten Folgen von zu wenig und zu viel Eiweiß

Zu wenig


Muskelschwund & Schwäche
→ Keine ausreichenden Bausteine für Erhalt & Regeneration
Stimmungstiefs & mentale Erschöpfung
→ Mangel an Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin, GABA
Schwaches Immunsystem
→ Weniger Antikörper & Abwehrzellen, erhöhte Infektanfälligkeit
Haut-, Haar- und Nagelprobleme
→ Zu wenig Kollagen, Keratin & strukturgebende Aminosäuren
Heißhunger, Appetit auf Zucker & schlechte Sättigung
→ Ungleichgewicht bei Leptin, Ghrelin & Blutzuckerkontrolle
 
Zu viel

Belastung von Leber, Niere & Darmflora
→ Überschuss an Ammoniak, Harnstoff, Fäulnisgiften im Darm
Übersäuerung des Stoffwechsels
→ v. a. bei viel tierischem Eiweiß ohne Basenausgleich
Zellverklebung & Gewebsverhärtung
→ laut Prof. Lothar Wendt durch Eiweißüberschuss im Interzellularraum
Gesteigerter Alterungsprozess
→ durch mTOR-Überstimulation & oxidativen Stress
Verdauungsprobleme & Blähbauch
→ bei mangelnder Magensäure oder Enzymaktivität    
Praxisempfehlungen  

Eiweiß ist der am schwersten zu verwertende Makronährstoff. Daher kann es ordentlich nach hinten losgehen, selbst bei nachgewiesenen Mängeln verschiedener Aminosäuren, einfach mehr Eiweiß „hinterherzukippen“.

Deutlich sinnvoller hingegen ist es:

– Die körpereigene Eiweißverwertung zu verbessern (Magensäure stärken durch Bitterstoffe und Körpertemperatur erhöhen durch Infrarotwärme oder Tummo)
– Nutzung hochwertiger und gut verdaulicher Eiweißquellen (z. B. Hanfsamen, Lupinentempeh, Eier [vor allem das Eigelb], Kollagen, Quinoa, Chlorella und Spirulina)
– Genügend Proteasen (eiweißaufspaltende Enzyme) integrieren (z. B. frische Ananas, Feigen, Papaya, Kiwi oder Ingwer) oder als Nahrungsergänzung sowie generell eine enzymreiche Ernährung (z. B. rohes Sauerkraut oder Kimchi, frische Sprossen und Kräuter)
– Nutzung essentieller Aminosäuren (MAP) oder Premium-Amino-Komplex: sehr hoher „Proteinnutzen“ und schnelle Aufnahme bei wenig Verdauungsaufwand und „Proteinabfall“    
Aminosäuren = der Gamechanger?

Auf dieser Basis ist zudem sinnvoll, je nach gesundheitlicher Herausforderung oder Optimierungsziel einzelne Aminosäuren bzw. aminosäurenähnliche Stoffe höher dosiert zuzuführen.

Hier sind diesbezüglich die Favoriten:

🧠 Taurin
→ stabilisiert Zellmembranen, schützt Nerven & Augen, wirkt entspannend
→ bei Reizüberflutung, innerer Unruhe, Leberbelastung

🦠 Glutamin
→ wichtigster Energieträger für die Darmschleimhaut
→ unterstützt Immunsystem, Heilung und Darmbarriere
→ bei Leaky Gut, Reizdarm, Stress

🔥 Carnitin
→ transportiert Fettsäuren in die Mitochondrien
→ unterstützt Fettstoffwechsel & Energieproduktion
→ bei Erschöpfung, Leistungstiefs, Mitochondrien-Schwäche

🌙 5-HTP
→ direkte Vorstufe von Serotonin und somit wichtig für die Melatoninproduktion
→ reguliert Schlaf, Stimmung, Heißhunger
→ bei Schlafproblemen, PMS, Stress – Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva (SSRI) -> unbedingt mit Arzt oder Apotheker besprechen

⚡ Tyrosin
→ Vorstufe von Dopamin & Noradrenalin
→ verbessert Konzentration, Fokus, Antrieb
→ bei Brain Fog, Erschöpfung, Nebennierenschwäche  

🛡️ Lysin
→ essenzielle Aminosäure, wichtig für Bindegewebe, Immunsystem und Virenabwehr
→ unterstützt Kollagenbildung, Kalziumaufnahme & Wundheilung
→ bei Herpesinfektionen, schwachem Immunsystem, Muskelerhalt

🧬 NAC (N-Acetylcystein)
→ Vorstufe von Glutathion, dem wichtigsten körpereigenen Antioxidans
→ unterstützt Entgiftung (Leber), Schleimlösung (Lunge), Zellschutz (Gehirn)
→ bei oxidativem Stress, Long C., Histaminbelastung, Leberbelastung  

💪 Kreatin
→ speichert schnelle Energie (ATP) in Muskel- und Nervenzellen
→ verbessert Kraft, Regeneration, Konzentration & Zellhydrierung
→ bei Erschöpfung, Kraftverlust, Gehirnleistung, vegetarischer/veganer Ernährung